Mädchen - Landkreis Stade

Alix' Erfahrungen mit Work & Travel in Australien

Als ich 2012 mein Abitur in der Tasche hatte und noch keine richtige Idee davon hatte, was ich beruflich machen wollte und sollte, habe ich mich für Work & Travel in Australien entschieden. Wenn ihr meine Erfahrungen wissen möchtet, lest gerne weiter.


 Ich hatte das große Glück, bei meiner Ankunft in Darwin in einem Zimmer mit einer Engländerin zu sein, die auch Work & Travel machen wollte, denn so konnte sie notfalls helfen, wenn es bei mir mit meinem Englisch nicht reichte und wir konnten alles zusammen machen. Die ersten zwei Tage haben wir uns dann um die offiziellen Dinge gekümmert, also Bankkonto, Sim-Karte, Steuernummer. Da die Australier fast alle sehr zuvorkommend sind, war das eigentlich recht einfach.

Dann haben wir uns durch die Hostels und Agenturen gekämpft, bis wir den Tipp bekamen, die Farmen einfach direkt zu fragen und haben uns am folgenden Tag ein Auto gemietet. Da die Ernte leider noch nicht ganz anfing, bekamen wir von allen Farmen Absagen. Bei der letzten Anfrage erhielten wir das Angebot, als Mangopacker zu arbeiten. Als wir am nächsten Tag wieder dorthin fuhren, hieß es dann aber leider, dass sie nur Arbeit für eine von uns hätten. Ich ließ der Engländerin den Vortritt, weil sie die Farmarbeit für ihr zweites Visum brauchte (siehe unten). Ich hab mich dann weiter in der Stadt und im Internet nach Arbeit umgeschaut. Im Internet stieß ich auf eine Anzeige eines Hotels, das ein Zimmermädchensuchte. Ich ging vorbei, gab meinen Lebenslauf ab, wurde später zurück gerufen und bekam den Job.

So leicht kann, muss es aber nicht gehen

Was mir während dieser Arbeit so passiert ist:
Ich verlor meinen Arbeitsschlüssel am zweiten Tag und hatte entsprechend einen sehr schlechten Start mit meinen Chef, der sowieso schon ein sehr ungemütlicher dicker Mann war.  Außerdem vergaß ich einmal, einen kompletten Raum zu reinigen. Zweiter Fauxpas. Einen dritten gab es ein Glück nicht, aber es sind trotzdem noch so einige spannende und mitunter unschöne Dinge passiert: Ich fand zahlreiche mehr oder weniger nützliche Dinge in leeren Räumen, ein Betrunkener konnte sich nicht mehr kontrollieren und kotete das ganze Klo und seine Hosen voll, ich "durfte" die Arbeit der anderen Putzer machen, da die als langjährige Mitarbeiter*innen eine solche Arbeit gerne auf die Neuen abschoben. Ähnliches passierte immer wieder und schon bald war es so, dass ich viel mehr machen musste, als anfangs vereinbart war und und und.


Das Gute an dieser Arbeit: Ich hatte immer Menschen um mich herum, viele davon in der gleichen Lage wie ich, und so habe ich schnell gute Freundschaften schließen können.

Was man als Zimmermädchen so verdient

Normalerweise arbeitet man nur so knapp zwei Stunden am Tag und bekommt dafür die Unterkunft umsonst. Ich habe durchschnittlich vier Stunden gearbeitet (mal mehr und mal weniger) und habe die Unterkunft plus 150 Australische Dollar pro Woche bekommen.
Nach einem nicht erwähnenswerten Zwischenfall suchte ich mir nach zwei Wochen einen zusätzlichen Job. Ich fand durch einen Bekannten Arbeit als Kellnerin in einem Restaurant. Der Chef dort war leider auch nicht viel besser als der vom Hostel, die Arbeit auch nicht viel spannender. Es war ein Buffetrestaurant, und ich bin fast die ganze Zeit nur gerannt, weil die Tische immer sauber sein mussten. Ein Restaurantjob ist aber eine gute Möglichkeit, viel Geld zu verdienen, wenn man viele Stunden bekommt, denn der Stundenlohn beträgt werktags meist um die 20 Dollar und am Wochenende sogar noch mehr.

Ein Tipp für alle Jobs, die irgendwie mit Alkohol zu tun haben

Um einen solchen Job zu bekommen, muss man einen Test machen, das so genannte RSA. Besteht man diesen Test, so hat man die Bestätigung, dass man verantwortungsbewusst mit Alkohol umgehen kann. Viele Arbeitgeber fragen zwar nach, ob man dieses RSA besitzt, wollen dieses jedoch nie sehen. Ich habe zwar im Restaurant gearbeitet und somit auch Alkohol verteilt, habe aber nie mein RSA gemacht und musste dieses auch nie meinem Chef zeigen. So sparte ich 55 Dollar. Ich empfehle also: Das RSA erst zu machen, wenn man explizit danach gefragt wird. Man kann immer noch sagen, dass man es am nächsten Tag vorzeigt, denn diesen Test zu machen dauert nur ein paar Stunden.

Ich habe dann insgesamt zehn Wochen in Darwin gearbeitet. Da bei mir zum Glück alles sehr gut geklappt hat, gibt es auch gar nicht mehr viel dazu zu erzählen.

Alix (2012)

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Was man beachten sollte - Tipps und Tricks von Alix

Hier erfahrt ihr, wie ihr euren Work & Travel-Aufenthalt gut vorbereiten könnt.

Was man beachten sollte - Tipps und Tricks von Alix

Hier erfahrt ihr, wie ihr euren Work & Travel-Aufenthalt gut vorbereiten könnt.

Wenn ihr nicht wisst, was ihr nach der Schule machen wollt, eine Pause zwischen Schule und Studium braucht oder einfach gerne andere Länder seht, dann ist ein Auslandsaufenthalt im Sinne von Work & Travel die perfekte Lösung für euch. So eine Reise und ein Aufenthalt in einem fremden Land wollen gut vorbereitet sein. Darum erhaltet ihr hier ein paar Tipps und Erfahrungen rund um dieses Thema von mir.

Für Australien zumindest gilt das Folgende:

Organisatorisches

Zuallererst muss ein Visum her. Hier die wichtigsten Fakten:

  • Kosten: etwa 200 €
  • Altersbeschränkung: 18-30 Jahre
  • Gültigkeit: 1 Jahr ab Einreisedatum

Wichtig: Man muss innerhalb eines Jahres nach Antragsstellung in das entsprechende Land einreisen (Beispiel: Der Antrag wird am 01.01.2016 gestellt und angenommen. Nun hat der Antragssteller bis zum 01.01.2017 Zeit, in das entsprechende Land einzureisen. Entschließt sich der Reisende am 01.08.2016 in das Land einzureisen, ist sein oder ihr Visum bis zum 01.08.2017 gültig.) Und, ganz wichtig, man kann dieses Visum nur ein einziges Mal in seinem Leben beantragen. Antragstellung: Läuft meistens online über die entsprechende Regierungswebseite ab. Google hilft zur Not.

Was sonst noch gebraucht wird und auch sinnvoll ist:

Eine Langzeitauslandskrankenversicherung. (Bietet eigentlich jede Versicherung an, Preise unterscheiden sich. Meine hat bei bei einer der gesetzlichen Krankenkassen beispielsweise für zehn Monate um die 300 € gekostet.) Eine Kreditkarte. Nötig für Flug- und Hostelbuchungen und ggf. Automietung. Eine Backpackerkarte. Bringt Rabatte in Museen, bei Tourbuchungen etc. (Ich selbst benutze die IYTC Iinternational youth travel card), welche sich definitiv nicht bewährt hat. Ich empfehle: Die Jugendherbergskarte. Jene wird am häufigsten akzeptiert und bringt manchmal auch Vergünstigungen, wenn es eigentlich nur Studentenrabatte gibt. Die Karte ist in deutschen Jugendherbergen zu bekommen für um die 30 Euro pro Jahr. Der Nachteil: Die Karte ist nur bis zum Ende des jeweiligen Jahres gültig, so dass man meist eine Neue beantragen muss und somit den Betrag zweimal zahlen muss. Es muss also abgewogen werden, ob es sich lohnt, diese Karte zu besorgen. Kopien aller wichtigen Dokumente! Falls was verloren geht oder geklaut wird, ist so eine Kopie immer gut zu haben!

Was alles mit muss:

Wenn ihr eure Flugtickets gekauft habt und die Vorfreude immer größer wird, wird es langsam Zeit für’s Packen. Ich habe recht spät angefangen zu packen, empfehle aber mindestens eine Woche vorher zu überlegen, was man mitnehmen will, das Packen sollte man dann vielleicht 2-3 Tage vor dem Abflug machen.

Was ich vergessen hab und nützlich gewesen wäre:

  • Ersatzbrille
  • Streichhölzer oder Feuerzeug
  • Nadel und Faden
  • Wenn man noch etwas Platz hat: Plastikgeschirrset plus Besteck

Tipps für die Arbeitssuche:

Hostels abklappern. Diese haben meist ein Schwarzes Brett mit Jobangeboten. Im Internet auf Seiten wie beispielsweise Gumtree nach Arbeitsangeboten suchen. Arbeitsagenturen abklappern. Auf Schaufensteraushänge in Geschäften/Cafés achten. Besser: In jeden Laden gehen und fragen, ob Mitarbeiterinnen benötigt werden. Mit etwas Glück hat gerade jemand gekündigt, und die Manager kamen bisher nicht dazu, einen Aushang zu machen. Dann stehen die Chancen gut, dass du den Job bekommst. Falls Farmarbeit angestrebt wird: direkt zu den Farmen fahren und fragen, ob die jemanden brauchen. Oder anrufen. Alles andere bringt nichts, die Farmen machen keine großen Bemühungen, Arbeiter zu suchen, die Arbeit Suchenden sollen gefälligst zu denen kommen.

Noch zum zweiten Visum

Das so genannte 2nd Working Holiday Visa kann man beantragen, wenn man drei Monate lang auf einer Farm gearbeitet hat. Dieses zweite Visum ermöglicht einem, noch ein zweites Mal nach Australien zu reisen und dort zu arbeiten.

Die ABN

Die normale Steuernummer, die man in Australien bekommt, ist die Tax File Number (TFN). Mit dieser bezahlt man bei jedem Gehalt einen bestimmten Steuersatz, den man meistens zurückbekommt, wenn man Australien verlässt. Es gibt aber auch die ABN. Dies ist auch eine Steuernummer, aber für Selbstständige. In einigen Jobs wird diese verlangt. Hier läuft das mit den Steuern so ab, dass man nicht mit jedem Gehalt Steuern zahlt, sondern nur einmal im Jahr. Wenn man es geschickt anstellt, hört man mit seinem Job vor dem Fälligkeitsdatum der Steuern auf und muss dann gar keine Steuern zahlen und hat so das verdiente Geld die ganze Zeit zur Verfügung. Da ich nur mit der TFN gearbeitet habe, weiß ich leider nicht ganz so gut Bescheid über die ABN. Wenn ihr eine solche Nummer braucht, dann sprecht am besten mit eurem Chef genau darüber, wie das mit der Zahlung aussieht.

Bitte denkt daran, ich habe diese Erfahrungen 2012 gemacht. Informiert euch gut und rechtzeitig über alles zum Thema Work & Travel.
Denn es mag sich einiges geändert haben. Es gibt im Netz viele unterschiedlichen Anbieter von Work & Travel. Findet selbst heraus, welcher für euch geeignet ist.
Nun kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen! ;-))

Alix

Steuer für Backpacker Australien

Steuer für Backpacker in Australien

Backpacker sind Touristen, die als Gepäck nur einen Rucksack mit sich tragen und meist zu mehreren Orten reisen. Von Deutschen ist ein beliebtes Ziel dafür Australien.

Oft arbeiten diese dort zwischendurch z.B. als Erntehelfer um sich die Reise finanzieren zu können.

Steuer für Backpacker in Australien

Backpacker sind Touristen, die als Gepäck nur einen Rucksack mit sich tragen und meist zu mehreren Orten reisen. Von Deutschen ist ein beliebtes Ziel dafür Australien.

Oft arbeiten diese dort zwischendurch z.B. als Erntehelfer um sich die Reise finanzieren zu können.

Bis vor kurzem, musste man auf die ersten 18000 verdienten Dollar keine Abgabezahlungen machen.
Nun soll in Australien, wenn man dort zwischenzeitlich arbeitet, ab dem ersten verdienten Dollar ein Steuersatz von fünfzehn Prozent erhoben werden, sobald man Geld verdient. Ursprünglich war geplant, dass eine Steuer von 32,5 Prozent erhoben werden solle.

Bauern und die Opposition kritisieren die Steuerpläne und befürchten, dass bald nicht mehr genug Saisonarbeiter gefunden werden können.

Quelle: Stader Tageblatt

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